| Die richtige Belichtung des Films | Home |
D.
Probleme
der richtigen Belichtung
Um richtig gute klare Bilder zu erhalten, muß auf dem Film die richtige Menge Licht ankommen. Bei Dia-Filmen ist sehr genaue Belichtung erforderlich, bei Negativ-Filmen gibt es einen gewissen Spielraum (bis ca. 2 Stufen Unterbelichtung oder 1 Stufe Überbelichtung), der noch brauchbare Abzüge ermöglicht.
Hier zunächst die in der Kamera (oder dem wechselbaren Objektiv) vorhandenen Möglichkeiten, die Belichtung zu regeln:
1.
Die Blende
Die Blende regelt durch
veränderliche Öffnung des wirksamen
Objektiv-Durchmessers die Lichtmenge, die das Objektiv auf den Film
bringen kann. Hierzu werden Lamellen im Objektiv so verschoben,
daß unterschiedlich große Öffnungen
entstehen. Je größer die Blendenöffnung,
umso mehr Licht kann der Film erhalten.
2.
Der Verschluß
Ein in die Kamera oder das
Objektiv eingebauter Mechanismus gestattet dem Licht, das durch das
Objektiv auf den Film fallen soll, für eine bestimmte Zeit zu
wirken. Dieser Verschluß wird bei der Aufnahme durch
Betätigen des Auslösers für eine
vorherbestimmte Zeit geöffnet und schließt sich
danach wieder. (siehe auch: Schlitzverschluß,
Zentralverschluß)
Das Zusammenwirken von Blende und Verschluß
Für die Blende gibt es standardisierte Werte, wobei der nächstfolgende Wert stets die doppelte Menge Licht durchläßt. Ebenso gibt es Standardwerte für die Verschlußzeiten. In der folgenden Tabelle sind jeweils Blende / Verschlußzeiten untereinandergestellt, die die gleiche Lichtmenge auf den Film geben. Dabei gilt: kleine Blendenzahl = große Blendenöffnung; Verschlußzeitenwerte 1/x Sekunden.
| Blende: | 1,0 | 1,4 | 2,0 | 2,8 | 4 | 5,6 | 8 | 11 | 16 | 22 | 32 | 45 |
| Verschlußzeit | 4000 | 2000 | 1000 | 500 | 250 | 125 | 60 | 30 | 15 | 8 | 4 | 2 |
Nicht alle Kameras / Objektive bieten alle oben genannten Werte. Die extremen Blendenwerte 1.0 oder 1.4 sowie 32 und 45 kommen in der Praxis selten von, ebenso wie die extrem kurzen Belichtungszeiten 1/4000 oder 1/2000. Längere Belichtungszeiten sind allerdings bei vielen Kameras möglich. (z.B. bis 30 Sek.)
Wie ermittle ich die erforderliche Zeit- / Blenden-Kombination?
1. Möglichkeit: Verwendung eines Belichtungsmessers
Ein Belichtungsmesser ist ein Gerät, das durch eine Selenzelle (heute seltener) oder einen CDS-Widerstand die Lichtmenge mißt. Der gemessene Wert wird auf eine Skala übertragen, auf der ich die genau dieser Lichtsituation entsprechenden Zeit- / Blendenkombinationen ablesen kann (etwa wie in der Tabelle oben, wobei jedoch je nach der vorhandenen Lichtmenge eine Verschiebung der Zeilen zueinander erfolgt)
Welche Kombination wähle ich jetzt?
Das
hängt von der Art des Aufnahmegegenstandes ab. Allgemein
gelten folgende Regeln:
Bei
starker Bewegung
im Bild soll dieses dennoch scharf sein: ich wähle die kürzeste
mögliche Verschlußzeit.
Ich
will möglichst das ganze Bild von
vorn bis hinten scharf
darstellen: ich wähle die kleinste
mögliche Blende
(größte Blendenzahl!)
Ein
Porträt
soll sich gegen den Hintergrund abheben (Hintergrund unscharf):
möglichst große
Blende
(kleinste Blendenzahl)
2.
Möglichkeit: die Kamera hat einen eingebauten
"Nachführbelichtungsmesser"
In
Kameras, die eine manuelle Regelung der Belichtung erlauben, ist
oftmals ein Belichtungsmesser eingebaut. Dabei gibt es 2
grundsätzliche Varianten:
Entweder
ist der Belichtungsmesser gekuppelt,
dann wähle ich entweder die Zeit vor und steuere die passende
Blende nach, oder ich wähle die Blende vor und steuere die
Zeit nach. Diese Nachführung kann unterschiedlich gestaltet
sein: Entweder muß ein Zeiger in die richtige Position
gebracht werden, oder es müssen verschiedenfarbige
Leuchtpunkte (Dioden) angewählt werden.
3.
Es ist ein vom Kamerasystem unabhängiger Belichtungsmesser in
die Kamera eingebaut
Ist
der Belichtungsmesser nicht gekuppelt, so sind die vom
Belichtungsmesser ermittelten Werte direkt auf die Zeit- und
Blendeneinstellung zu übertragen.
1.
Kompaktkameras
Die handlichen Kompaktkameras
haben meist eine Programmautomatik. Hier wählt die Kameras
nach Messung des verfügbaren Lichts eine Kombination von Zeit
und Blende, die in den meisten Fällen "richtig" ist. Eine
Entscheidung des Fotografen ist nicht möglich. In seltenen
Fällen ist zumindest eine Belichtungskorrektur um 1 bis 1,5
Stufen (z.B. für Gegenlichtaufnahmen) möglich.
2.
Kameras mit wählbaren Automatiken
Folgende Automatiken sind
möglich:
Blendenautomatik: Die Kamera
steuert zu der gewählten Verschlußzeit die den
Beleuchtungsverhältnissen entsprechende Blende zu.
Zeitautomatik: Die Kamera
steuert zu der gewählten Blende die den
Beleuchtungsverhältnissen entsprechende
Verschlußzeit zu.
Vollautomatik
(Programmautomatik): Die Kamera wählt Verschlußzeit
und Blende selbst.
Viele
Kompaktkameras haben eine Vollautomatik, so daß alle
Einstellfunktionen von der Kamera übernommen werden, einige
erlauben teilweise Eingriffe durch den Fotografen.
Auch moderne
Spiegelreflexkameras haben oft eine wählbare Einstellung, die
der Vollautomatik entspricht.
Probleme der richtigen Belichtung
Kontrastumfang
Filme, insbesonder DIA-Filme,
können nur einen bestimmten Kontrastumfang
bewältigen. Bei starken Kontrasten kann es dann vorkommen,
daß bei durchschnittlicher Belichtung die Schatten nur
schwarz, die hellen Partien zu hell dargestellt werden. Es ist in
beiden Bereichen keine ausreichene Zeichnung vorhanden.
Da die Belichtungsmesser im
Allgemeinen die "durchschnittliche" Helligkeit des Bildfeldes messen,
gaukeln sie eine "richtige" Zeit-Blenden-Kombination vor.
Findet man solche Situationen
vor, so muß der Fotograf entscheiden, ob die Schatten oder
die Lichter noch erkennbare Zeichnung haben sollen. Hier muß
dann eine Korrektur der gemessenen Werte vorgenommen werden. Hat die
Kamera die Möglichkeit einer "Spotmessung" oder steht ein
Belichtungsmesser mit dieser Meßfunktion zur
Verfügung, so kann die Messung auf den bildwichtigen Teil des
Objekts gerichtet werden und so die richtige Belichtung gefunden werden.
Last updated 25.10.99