Blitzfotografie: Home

Eingebaute Blitzgeräte
Externe Blitzgeräte
Leitzahl
Verschlußzeit bei Blitzeinsatz
Computerblitzgeräte
TTL-Blitzsteuerung
Besondere Verwendungen der Blitzgeräte

Fotografieren heißt gestalten mit Licht.

Wenn aber das Licht nicht ausreicht oder aus der falschen Richtung kommt oder sonstwie den zu fotografierenden Gegenstand nicht richtig beleuchtet, muß man sich das Licht künstlich beschaffen. Das geht natürlich mit Fotolampen, einer kompletten Studioblitzanlage oder ähnlicher Ausrüstung. Diese hat der Amateur meist nicht zu Verfügung. Deshalb wird seit Beginn der Fotografie das Blitzlicht verwendet. Es handelt sich dabei um eine sehr helle punktförmige Lichtquelle direkt an oder neben der Kamera.
Neben den heute verwendeten Elektronenblitzgeräten waren das früher auch Blitzlampen, Blitzwürfel oder Reihenblitzlämpchen ("Flashbar"), noch früher Magnesiumpulver, das offen abgebrannt wurde.
Da heute nur noch Elektronenblitzgerate verwendet werden, beschränkt sich diese Darstellung auf diese Geräte.

A. Eingebaute Blitzgeräte

Heutige Kompaktkameras und eine Vielzahl von Kleinbild-Spiegelreflexkameras haben ein Blitzgerät eingebaut. Das erspart natürlich die zusätzliche Mitnahme eines Blitzgerätes auf die Fotopirsch, aber wird nicht immer den Ansprüchen gerecht. Entweder reicht die Stärke des Blitzes nicht aus, um den Gegenstand auszuleuchten oder z.B. erscheinen bei porträtierten Personen die typischen "roten Augen".
Deshalb hier ein paar wichtige Hinweise zur Verwendung solcher Geräte.
Alle Blitzgeräte haben eine maximale Leuchtstärke. Diese wird angegeben durch die Leitzahl. Meist steht in der Bedienungsanleitung zur Kamera mehr oder weniger ausführlich, wie und wann das eingebaute Blitzlicht eigesetzt werden kann. Bitte dort unbedingt nachlesen! So ist die Mindest-und Höchstreichweite des Blitzes zu beachten. Mögliche Fehler bei falscher Anwendung:

1.Völlig überstrahlte Gesichter im Vordergrund, wenn die Kamera den Hintergrund angemessen hat und die Personen sich links und/oder rechts davon befinden.

2. Das Objekt ist weiter entfernt als die Blitzreichweite beträgt: Trotz Blitz völlig unterbelichtete Fotos.

3. Schließlich die bekannten roten Augen: einige Kameras haben zwar eine Einstellung gegen diesen Effekt (Vorblitz, um die Pupillen der in die Kamera schauenden Personen weiter zu schließen), aber wirklich vermeiden lassen sich rote Augen nur durch größere Entfernung des Blitzes von der Kamera: also durch externe Blitzgeräte.

B. Externe Blitzgeräte

1. Verbindung des Blitzgerätes mit der Kamera

Das Blitzgerät muß mechanisch und elektrisch mit der Kamera verbunden werden. Auf eine mechanische Verbindung kann verzichtet werden, wenn man den Blitz z.B. auf ein Stativ stellt.

Die mechanische Verbindung wird im Allgemeinen über den Blitzschuh hergestellt. Hiervon gibt es 3 grundsätzlich unterschiedliche Konstruktionen: 1. einfacher Einschub in eine "Zubehör-Schuh", der keine elektrische Verbindung herstellt. Dann muß das Blitzgerät mit einem Kabel an die Kamera angeschlossen werden. 2. den "Mittenkontakt", hier ist der Zubehörschuh mit einem mittleren Kontakt versehen, der auch die elektrische Verbindung mit einem externen Blitzgerät herstellt. 3. Eigene Konstruktionen einiger Kamera-Hersteller. Hier passen oft nur die Spezial-Blitzgeräte der Kamerahersteller oder von Fremdherstellern angebotene Blitzgeräte, die speziell mit dem jeweiligen Anschluß fest verbunden sind oder über Adapter verbunden werden können. Dadurch sind auch Sonderfunktionen der Blitzgeräte möglich, wie Blitzen auf den 2. Verschlußvorhang, TTL-Belichtungssteuerung und andere Funktionen.

Die elektrische Verbindung wird entweder über den Mittenkontakt oder den kameraspezifischen Blitzschuh hergestellt, oder ein Kabel verbindet das Blitzgerät mit der Kamera. Dazu haben beide Geräte eine entsprechende Buchse, in die das Kabel eingesteckt wird.

C. Die Bedeutung der Leitzahl

Die Leitzahl ist ein Maß für die Lichtmenge, die ein Blitzgerät zur Verfügung stellen kann. Sie ist für ein bestimmtes Blitzgerät abhängig von dem Winkel der Ausleuchtung und der Empfindlichkeit des verwendeten Films. Allgemein wird die Leitzahl für ISO 100ASA/21 Din angegeben und ist für andere Filmempfindlichkleiten und Leuchtwinkel umzurechnen (bzw. auf dem Blitzgerät oder in der Bedienungsanleitung angegeben).

Da viele Blitzgeräte nur einen Leuchtwinkel haben, kann man die erforderliche Blende durch folgende Formel errechnen:

Blendenwert = Leitzahl geteilt durch Entfernung des abzubildenden Gegenstandes in Metern.

Umgekehrt gilt: Mögliche Entfernung = Leitzahl geteilt durch Blendenzahl

Beispiel: Hat ein Blitzgerät (ohne Verstellmöglichkeit des Leuchtwinkels) für 100 ASA-Film die Leitzahl 34 und beträgt die Entfernung des aufzunehmenden Gegenstandes 5 m, so ist Blende (34/5) 6,8 zu wählen. Die nächstgelegenen geraden Blenden sind 5,6 und 8. Soweit möglich ist also eine Blende zwischen diesen Werten einzustellen.

Eingebaute Blitzgeräte haben meist eine Leitzahl von etwa 12. Beträgt die Anfangsöffnung des Objektivs (größte Blende) z.B. 3,5, dann ist die weitest mögliche Entfernung, die noch vom Blitz gut ausgeleuchtet werden kann, demnach: 12/3,5=3,4 m!! Auch wenn die Bedienungsanleitung der Kamera eine größere Reichweite angibt, so gilt diese wegen des größeren Belichtungsspielraumes nur für Negativ-Film, für Dias muß genauer gerechnet werden! (Was leider meist nicht möglich ist, weil die Leitzahl des eingebauten Blitzes nicht angegeben wird)

Externe Blitzgeräte haben (meist) einen "Rechenschieber" (auf der Rückseite), auf dem die einzustellende Blende bei bekannter Entfernung abgelesen werden kann. Dieser hat (außer bei "Computer-Blitzen)) keine elektrische Funktion und dient damit nur zur Bestimmung der Blende.

D. Verschlußzeit (Synchronzeit)
Jede Kamera hat (mindestens) eine vorgegebene Verschlußzeit für die Blitzsynchronisation. Diese ist so gewählt, daß der Blitz bei voller Öffnung des Verschlusses zündet. Wählt man eine kürzere Verschlußzeit, so ist der Verschluß bereits wieder geschlossen, ehe der Blitz voll wirksam wird. Ergebnis ist evt. ein nur teilweise belichtetes Negativ (kommt insbesondere bei Schlitzverschlüssen vor). Die Blitzsynchronzeit bei heutigen Kameras liegt zwischen 1/60 und 1/125 sek., bei älteren auch bei 1/25 oder 1/30 sek.

E. Computerblitzgeräte
Einige Elektronenblitzgeräte haben ein Meßzelle an der Vorderseite, die den Blitz dann abschaltet, wenn genügend Licht ausgestrahlt wurde. Bei diesen Geräten ist (meist) auf der Rückseite eine Einstellung vorzunehmen: Filmempfindlichkeit und gewählte Blende sind einzustellen. Die Anzeige gibt dann auch vor, bis zu welcher Entfernung der Blitz das Objekt noch ausleuchtet.

F. TTL-Blitzsteuerung
Moderne Spiegelreflexkameras haben oft eine "TTL-Blitzsteuerung". Hier wird vorausgesetzt, daß ein passendes Blitzgerät eingesetzt wird, das diese Funktion unterstützt. Dabei schaltet die Kameraautomatik den Blitz ab, wenn genügend Licht ausgestrahlt wurde, um das Negativ richtig zu belichten.

G. Verwendung der Blitzgeräte
Außer dem "normalen" Einsatz des Blitzgerätes (Verwendung des eingebauten oder aufgesetzten Blitzgerätes zum Beleuchten des Objekts bei mangelndem Umgebungslicht) gibt es noch besondere Einsatzmöglichkeiten, die je nach Kamera- und Blitzgeräte- Ausstattung verwendet werden können oder sollten:

1. Aufhellblitz
Liegt das Objekt im Gegenlicht, oder ist es im Vergleich zum Hintergrund ungenügend beleuchtet, so kann zusätzlich zur gemessenen Belichtung (sofern Zeit länger als die Synchronzeit) der Blitz zugeschaltet werden. Dabei muß allerdings die Blitzleistung reduziert werden. Wenn die Kamera mit dem Blitz dies nicht automatisch regelt, sind einige Erfahrungen oder Tests erforderlich.
2. "Entfesselter Blitz"
Der fontal auf das Objekt gerichtete Blitz erzeugt meist starke unschöne Schlagschatten. Das kann, sofern ein getrennter Blitz betrieben werden kann, vermieden werden, wenn das Blitzgerät weiter von der Kamera entfernt aufgestellt wird (z. B. höher, schräg von links oder rechts o.ä.)
3. Indirektes Blitzen
Wenn das Blitzgerät schwenkbar ist, so kann der Reflektor nach oben (z. B. an die weiße Decke des Raumes) gerichtet werden. Dabei ergibt sich ein weicheres Licht und kaum Schlagschatten. Allerdings ist die Blitzreichweite dann geringer, muß das Licht doch den Weg an die Decke und wieder zurück zum Objekt zurücklegen. Also: Blende weiter öffnen!

4. Besondere Anwendungen:
(Hier nur Begriffserläuterungen, das diese Anwendungen erfahrenen Fotografen mit besonderen Ausrüstungen vorbehalten sind)
Stroboskop-Blitz: Das Blitzgerät  sendet nacheinander viele einzelne Blitze aus, so können zum Beispiel schnell ablaufende Vorgänge auf einem Bild im mehreren Phasen festgehalten werden.
Blitzen auf den zweiten Verschlußvorhang: Der Blitz löst erst kurz vor dem Schließen des (Schlitz- ) Verschlusses aus, so daß das Objekt zunächst ungeblitzt verwischt erscheint und vor Verlassen des Bildes scharf (vom Blitz kurz beleuchtet) abgebldet wird.
Verwendug mehrerer Blitzgeräte:
Will man mehrere Blitzgeräte gleichzeitig einsetzen, um ein Objekt gut auszuleuchten, müssen diese Geräte auch gleichzeitig gezündet werden.
Hierzu verwendet man entweder ein zu der Kamera und dem Blitzgerät passendes Kabel, oder sogenannte "Servo-Blitzauslöser", die durch den Hauptblitz gezündet werden. Die richtige Dosierung der Lichtmenge ist jedoch schwierig und meist nur mit speziellen Blitzbelichtungsmessern zu lösen.


 

Last updated 25.10.99