Kameratypen Home

1. Unterscheidung nach der Filmart:

  • Kleinbildkamera
  • Mittelformatkamera
  • Großbildkamera
  • Pocketkamera
  • Diskkamera
  • APS-Kamera
  • Mini-("Spionage")Kamera
  • Sofortbild-Kamera
  • Digital-Kamera
  • 2. Unterscheidung nach dem Suchereinblick

  • Sucherkamera
  • Spiegelreflex-Kamera
  • Mattscheiben- (Großbild-)Kamera
  • 3. Unterscheidung nach der Belichtungstechnik:

  • Manuelle Kameras
  • Automatische Kamera
  • 4. Besondere Kameras

  • Panorama-Kamera
  • Das folgende Bild zeigt eine vollautomatische Kleinbild-Sucherkamera:

    Rollei Prego

    Rollei-Prego 

    Nach Einschalten ist die Kamera aufnahmebereit. Einstellungen sind nicht erforderlich, aber es kann (bei einigen Kameras) manuell eingegriffen werden: z.B: Gegenlicht-Korrektur, Fill-in-Blitz, Selbstauslöser, Serienbilder u. a. 

    (Diese Kamera ist heute nicht mehr im Programm von Rollei)

     

    Hier eine Manuelle Zweiäugige Mittelformat-Spiefelreflexkamera:

    Rolleicord

    Rolleicord 1956 

    Typ: TLR (Twin-Lens-Reflex) 

    Alle Einstellungen müssen von Hand vorgenommen werden: Entfernung einstellen (Kontrolle im Sucher-Lichtschacht), Blende und Verschlußzeit wählen, Verschluß spannen und ... auslösen! 

    Eine Belichtungsmessung ist mit der Kamera nicht möglich, es muß ein separater Belichtungsmesser verwendet werden, falls man der Belichtungstabelle auf der Rückwand der Kamera nicht vertraut! (;-) 

    Diese Kamera hat, wie alle zweiäugigen Spiegelreflexkameras, je ein Objektiv für den Reflex-Sucher und eines für die Aufnahme. Der Spiegel steht fest, so daß keine Erschütterungen durch Spiegelschlag beim Auslösen erfolgen.


    Kleinbildkamera
    Als Film wird der (vom Kino-Film kommende) 35-mm-Film in einheitlichen Patronen konfektioniert. Das Maß des einzelnen Bildes ist 24 mal 36 mm, üblicherweise gibt es Patronen mit 12, 24 oder 36 Aufnahmen. (Bestimmte Kameras benutzen auch andere Formate, z. B. verschiedene Panorama-Formate, Halbformat (24 mal 18 mm). Der Film besitzt auf beiden Längsseiten eine Perforation, die zu Filmtransport in der Kamera dient.

    Die meisten Amateur- und Reportage-Kameras verwenden dieses Format.


    Mittelformat-Kamera
    Es wird Rollfilm von 62 mm Breite verwendet. Der übliche Filmtyp 120 ergibt 6 bis 18 Aufnahmen, je nach Aufnahmeformat der Kameras (6 x 6, 4,5 x 6, 6 x 7, 6 x 9 cm). Dieser Film hat keine Rand-Perforation, wodurch bei einigen (DDR-, Rußland-) Kameras Überlappungen der Bilder entstehen können. Moderne Kameras haben diese Schwierigkeit jedoch nicht.
    Der Rollfilm 220 hat die doppelte Länge des 120er.
    Bemerkenswert: Die Qualität der Prints (Abzüge) vom Rollfilm ist der der Kleinbildfilme, insbesondere bei Groß-Vergrößerungen, überlegen (immerhin ist die Bildfläche auf dem Film z.B. bei 6 x 9 cm 6,25 mal größer als Kleinbild 24 x 36)!

    Großbildkamera
    Auch Fachkamera genannt. Eine Kamera, bei der im Idealfall sowohl die Rückwand (mit Filmhalter) als auch die Frontplatte (mit Objektiv) verstellbar sind. Diese lassen sich "shiften"=senken oder heben, und "tilten"=kippen, drehen (senkrecht und waagerecht). Dadurch ist jede gewünschte Abbildung des Objekts möglich und die Schärfe kann in die gewünschte Ebene gelegt werden.
    Großbildkameras arbeiten mit Platten- oder Plan-Film, die in Kassetten eingelegt werden, welche an der Rückwand befestigt werden.
    Die passenden Objektive enthalten den (Zentral-)Verschluß. Die Einstellung des Bildes erfolgt auf einer Mattscheibe an der Rückwand.
    Großbild-Formate: 4*5", 6*9 cm oder größer.

    Pocketkamera
    Wesentliches Merkmal: Es wird die Pocket-Filmkassette Typ "110" verwendet (siehe Filme).
    Durch die kleinen Filmkassetten wurden sehr kleine handliche (Einfach-)Kameras möglich, die in jede Westentasche passten. Die Bildqualität genügte aber nur sehr geringen Ansprüchen. Dieser Kameratyp wird heute nicht mehr hergestellt.

    Diskkamera
    Die Diskkamera wurde mit dem "Diskfilm" geladen. das war eine runde Scheibe, auf der die Negative ringförmig angeordnet waren. Wird heute nicht mehr hergestellt.

    APS-Kamera
    APS-Kameras verwenden das neue APS-Filmformat. Je nach Ausstattung können dies Kameras Daten der Aufnahme auf die Magnetschicht des APS-Films schreiben. Einige gestatten auch den Wechsel teilbelichteter Filme. Die Formate C=Classic, H=high-definition und P=Panoramá lassen sich an der Kamera einstellen, geben aber nur Informationen auf dem Film aus, nach denen sich das Entwicklungslabor bei der Erstellung der Abzüge richtet. Belichtet wird immer das ganz H-Format. Ein wesentlicher Nachteil ist das kleine Negativformat, das, trotz verbesserter Filmqualität, nur bedingt größere Abzüge erlaubt.

    Mini-Kamera
    Oft auch als "Spionage-Kamera" bezeichnet. Bekannt ist die "MINOX", die Negative im Format 8x11mm liefert.
    Andere Hersteller bauen oder bauten ebenfalls Kameras für das Format 8x11 oder für 16-mm-Film, den klassischen Kinofilm.

    Sofortbild-Kamera
    Dieser Kameratyp, auch (verallgemeinernd) "Polaroid"-Kamera genannt, liefert kurze Zeit nach der Aufnahme das fertig entwickelte Bild. Verschiedene Typen wurden insbesondere von POLAROID-LAND hergestellt. Heute auch von FUJI angeboten

    Digitalkamera
    Neuer Kameratyp, der als Aufnahmematereial keinen Film nutzt, sondern durch einen Chip (meist CCD) das Bild erfaßt und digital auf einer Chipkarte oder auf einer Diskette speichert. Die Bilder lassen sich sich auf einen PC übertragen und können dort weiterbearbeitet  und ausgedruckt werden. Einige Kameras gestatten auch die direkte Wiedergabe auf dem Fernsehgerät. Grundsätzlich gibt es Digitalkameras in allen Typen der herkömmlichen Art, also Kompaktkameras, Spiegelreflexkameras sowie (durch spezielle Rückteile) Großbildkameras. Digitalkameras besitzen teilweise zusätzlich zum optischen Sucher noch ein LCD-Display, das es gestattet, das Bild bei der Aufnahme zu gestalten und auch bereits aufgenommene Bilder anzusehen und gegebenenfalls wieder zu löschen.

    Sucherkamera
    Sucherkameras besitzen zur Bestimmung des Bildauschnitts einen Durchsichtsucher. Meist ist das ein Linsensystem, das den Einblick von hinten erlaubt und so den Ausschnitt erkennen läßt, der das Negativ-Format ausfüllt. Besonderheiten von Durchsichtsuchern: Markierungen für den Bildausschnitt, Markierungen für Nahaufnahmen, Markierung für Belichtungsmeßfelder u.a.

    Spiegelreflexkamera
    Wesentliches und gemeinsames Merkmal aller Spiegelreflexkameras ist die Tatsache, dass das vom Objektiv erfaßte Bild auf einer Mattscheibe abgebildet wird und entweder direkt auf dieser (durch einen "Lichtschacht", der das Umgebungslicht abschirmt) oder durch ein Umkehrprisma betrachtet werden kann.
    Es können 2 grundsätzliche Typen unterschieden werden:

    Einäugige Spiegelreflexkamera (SLR)
    Hierbei ist ein Spiegel in den Strahlengang des Objektivs eingeschaltet, der das Bild zur Mattscheibe umlenkt. Während der Aufnahme wird dieser Spiegel hochgeklappt und gibt den Weg frei zum Film. (In Ausnahmefällen gibt es "halbdurchsichtige" Spiegel, die feststehen).
    Die Einäugige Spiegelreflexkamera ist heute bei den meisten Profifotografen und ernsthaften Amateuren die Standardkamera. Sie wird meist in einem kompletten System angeboten, so daß man eine Auswahl an Wechselobjektiven, Einstellscheiben, Motorantrieben, Nahaufnahmezubehör und vielen anderen Dingen hat.

    Zweiäugige Spiegelreflexkamera (TLR)
    Diese ist mit 2 Objektiven ausgestattet, wobei das obere das Licht über einen feststehenden Spiegel auf eine Mattscheibe lenkt, das untere das eigentliche Aufnahmeobjektiv ist. Das Bild wird auf der Mattscheibe eingstellt.

    Manuelle Kamera
    Kameras, bei denen alle Funtionen von Hand eigestellt werden können (müssen?). Also: von Hand scharfstellen, Blende am Blendenring wählen, Verschlußzeit einstellen ... und auslösen! (Oftmals wird jedoch die vorgewählte Blende beim Auslösen geschlossen, nachdem man bei offener Blende scharfstellen konnte. (ASB=automatische Springblende)

    Automatische Kameras
    Kameras, bei denen eine Elektronik alle oder einige Einstellfunktionen übernimmt.
    Folgende Automatiken sind möglich:
    Autofokus: Die Kamera übernimmt das Scharfstellen.
    Blendenautomatik: Die Kamera steuert zu der gewählten Verschlußzeit die den Beleuchtungsverhältnissen entsprechende Blende zu.
    Zeitautomatik: Die Kamera steuert zu der gewählten Blende die den Beleuchtungsverhältnissen entsprechende Verschlußzeit zu.
    Vollautomatik (Programmautomatik): Die Kamera wählt Verschlußzeit und Blende selbst.

    Viele Kompaktkameras haben eine Vollautomatik, so daß alle Einstellfunktionen von der Kamera übernommen werden, einige erlauben teilweise Eingriffe durch den Fotografen.
    Auch moderne Spiegelreflexkameras haben oft eine wählbare Einstellung, die der Vollautomatik entspricht.

    Panorama-Kameras

    Panorama-Kameras sind solche, deren Negativ-Format das übliche (meist im Verhältnis 2 zu 3) Seitenverhältnis übersteigt, so daß ein sehr breites Bild erscheint. Im Kleinbildformat wird also ein Negativ von 24mm mal >36mm belichtet. Das wird durch ein größeres Bildfenster in der Kamera erreicht, das entweder durch ein Weitwinkel-Objektiv dieses Format ausfüllt oder durch ein rotierendes Objektiv nach und nach die ganze Negativ-Fläche belichtet.

    Wichtig: Das in einigen Kleinbildkameras und in allen APS-Kameras angebotene "Panorama"-Format deckt entweder einen Teil des Kleinbildnegativs ab oder, bei APS, gibt dem Labor vor, einen Ausschnitt aus dem Negativ zu vergrößern. Es ist also nicht mehr auf dem Negativ, als bei normalem Format durch das Kamera-Objektiv erscheinen würde.


     
     
     
     
     

    Last updated 25.10.99