Objektive Home
Das Objektiv ist einer der beiden wesentlichen Bestandteile einer Kamera, die hauptsächlich aus dem Film(plan)halter und dem Objektiv besteht. Das Objektiv muß den Aufnahmegegenstand möglichst scharf und unverzerrt auf dem Film abbilden.Ich will hier nicht auf die Objektiv-Bauart-Typen, d. h. die Kombination von verschiedenen Linsen und deren Form und Material eingehn, das erforderte ein weitaus umfangreiches Werk.
A. Objektiv-Arten:
1. nach der Verbindung mit der Kamera
2. nach der Brennweite (die Brennweite ist eine physikalische Größe einer Linse, in der Fotografie mit F bezeichnet). Sie bestimmt den Abbildungsmaßstab bzw. den Bild-Winkel: lange Brennweite=kleiner Winkel, kurze Brennweite = großer Winkel. (siehe Bildbeispiele - die noch folgen werden)
3. Nach der Art der Entfernungseinstellung
B. Lichtsärke
C. Vergütung
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Eingebaute Objektive finden sich in allen Kompaktkameras, vielen Digitalkameras, wenigen Spiegelreflexkameras (deren Besonderheit ja u. a. gerade die Möglichkeit ist, Objektive auszutauschen). Ihre Qualität schwankt sehr bei verschiedenen Kameras, von der einfachen Plastiklinse in einigen "Billigknipsen" bis zu sehr guten hochwertigen und lichtstarken Markenobjektiven. Man sollte nie vergessen, daß die Qualität der Objektive wesentlich die Bildqualität und die Vergrößerungsfähigkeit des Bildes beeinflußt!
Wechselobjektive bieten die Möglichkeit, sich für eine bestimmte Brennweite, Lichtstärke, Qualität zu entscheiden. Man kann mit einem preiswerten Objektiv und einer Brennweite anfangen und später aufrüsten.
Anschluß des Objektivs an das Kameragehäuse: Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Gewindeanschluß: Kamera und Objektiv haben das gleiche Gewinde. Üblich sind hier M39 ("Leica-Gewinde") und M42, das lange Jahre für viele Kameras Standard war, hierfür ist heute auf dem Gebrauchtmarkt eine Riesenauswahl vorhanden.
- Bajonett-Anschluß: Hier hat jeder Hersteller sein eigenes System, es ist allerdings in einigen Fällen möglich, durch Adapter auch nicht-zusammengehörige Kamera-Objektiv-Kombinationen zu verwenden. Allerdings gehen in den meisten Fällen dann die kameratypischen Besonderheiten verloren (z.B. Offenblendmessung, automatisches Abblenden, Autofokus u.a.)
Die Brennweite eines Objektivs bestimmt bei vorgegebenem Negativformat den Bildwinkel
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Festbrennweiten:Als Weitwinkelobjektive werden Objektive mit Brennweiten, die kleiner sind als die Diagonale des Negativs, bezeichnet. Sie ergeben einen weiten Ausschnitt aus der Natur bzw. dem Aufnahmegegenstand, d. h. sie zeigen mehr, als z.B. Normalobjekltive. Sie haben einen größeren Schärfentiefenbereich als Normal- oder Teleobjektive. WW-Objektive sind in viele Kompaktkameras eingebaut.
Die Brennweite entspricht etwa der Diagonale des Negativs. Normalobjektive bilden etwa den Ausschnitt der Landschaft ab, den man mit bloßem Auge sieht ( das kann natürlich für Nahaufnahmen nicht gelten!). Sie sind für die meisten Aufnahmen geeignet und deshalb auch in vielen Kompaktkameras eingebaut.
Die Brennweite ist größer als die Diagonale des Negativs. Teleobjektive "holen Fernes nah heran", d. h. sie bilden auch Entferntes groß auf dem Negativ ab. Die Tiefenschärfe nimmt mit größerer Brennweite ab, d.h. es muß sehr geanu auf das Bildwichtige scharfgestellt werden. So sind z. B. mäßige Teleobjektive gut für Porträts im Freien geeignet, da der Hintergrund leicht unscharf abgebildet werden kann.
Die "Normalbrennweite" ist z. B. für
- 6 x 6 cm Rollflimformat: 75 - 85 mm
- 24 x 36 mm Kleinbildfilm: 45 - 55 mm
- APS-Filme: 38 - 42 mm
Zoomobjektive umfassen mehrere Brennweiten in einem Objektiv (genaugenommen alle Zwischenbrennweiten zwischen der kleinsten und größten Brennweite dieses Objektivs).
Auch hier kann man zwischen Weitwinkel-Zooms (kurze bis Normal-Brennweite) und Tele-Zooms (leichtes Tele bis sehr lange Brennweite) unterscheiden. Außerdem gibt es die "Super-Zooms", die vom (fast) extremen Weitwinkel bis zum Tele alle Brennweiten einschließen.
Da Zoom-Objektive eigentlich nur in der Kleinbild-Fotografie üblich sind, können hier auch Beispiele genannt werden:
WW-Zoom z.B. 19 - 35 mm, 20 -40 mm u.a.
Normal-Zooms: 28 - 80 mm, 35 - 105 mm u.a. (z.B. bei Kompktkameras)
Tele-Zooms: 70 -210 mm, 200-400 mm u.v.a.
"Super-Zooms": 28 -200 mm, 35 -350 mm u. ä.
Besonderheiten der Zoom-Objektive: Da diese einen weiten Brennweitenbereich einschließen, sind sie nicht so präzise für alle umfassenden Brennweiten zu korrigieren, es muß immer ein Kompromiß gefunden werden. Die Vielzahl von, teils beweglichen Linsen(-gruppen), kann zu minderer Abbildungsqualität führen. So können Vignettierungen (=Abschattungen in den Ecken), Verzeichnungen (kissenförmig oder tonnenförmig, gerade Linien erscheinen gekrümmt) und mangelnde Brillianz die Folge sein. Außerdem haben Zooms meist eine geringere Lichtstärke als Festbrennweiten (oder sie sind vergleichsweise teuer!), die mit längerer Brennweite abnimmt. (Dies gilt insbesondere für Kompaktkameras, bei denen die Lichtstärke im extremen Telebereich oft nur Blende 16 erreicht!) Die SLR-Wechsel-Zoomobjektive im noch bezahlbaren Bereich weisen typischerweise eine Lichtstärke von etwa 3,5 bis 5.6 auf.
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Fixfokus-ObjektiveFixfokus-Objektive erlauben keine Entfernungseionstellung, sie bilden alle Gegenstände von z. B. 1 m bis unendlich scharf ab. Solche Objektive finden sich in einfachen Kameras und haben naturgemäß keine besonders guten Abbildungseigenschaften.
Die Scharfstellung erfolgt manuell durch Drehen eines Objektivteils, meist der Frontlinse. Dabei wird entweder das ganze Linsensystem oder Teile davon in ihrem Abstand zur Filmebene verändert.
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Bei Autofokus-Objektiven übernimmt eine meist im Kameragehäuse untergebrachte Elektronik die Scharfstellung. Die Meßwerte der Kamera werden dabei auf einen Motor übertragen, der die Linsenelemente im Objektiv einstellt. Viele Kompaktkameras und ein große Zahl moderner Spiegelreflexkameras bietet heute diese Möglichkeit.
Die Lichtstärke eines Objektivs ist ein Maß für die Menge Licht, die das Objektiv an den Film weiterleiten kann. Sie wird in Blendenwerten (teilweise auch ungeraden) angegeben. (Siehe auch "Belichtung") Bei einfachen Objektiven kann man die Lichtstärke näherungsweise durch folgende Formel berechnen: Brennweite geteilt durch Durchmesser der Frontlinse. So hat z. B. eines meiner alten 200-mm-Objektive einen Durchmesser der Frontlinse von 50 mm: 200 : 50 = 4. Es ist also ein 4/200 er Objektiv. Diese einfache Berechnung git aber nicht für alle Objektive, z. B. nicht für Zooms, besondere Weitwinkelobjektive u.a.
Je lichtstärker ein Objektiv ist, umso kürzer kann die Belichtungszeit (bei gleicher Menge Licht, die der aufzunehmnede Gegenstand reflektiert) eingestellt werden. Um einigermaßen vernünftig arbeiten zu können, sollte die Lichtsärke eines Objektivs mindestens etwa bei 4 bis 5,6 liegen.
Zur Verbesserung insbesondere der Farbwiedergabe werden hauchdünne Schichten auf die Linsenoberfläche aufgedampft. Erkennbar ist die Vergütung, wenn man die Spiegelung in der Frontlinse eines Objektivs betrachtet: Es erscheinen Bilder in unterschiedlichen Farben.
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Sonderobjektive:
Fisheye-Objektiv (Fischauge)Extreme Weitwinkelobjektive, deren Brennweite unter (ca.) 15 mm beträgt, sind sehr schwer so zu konstruieren, daß sie noch ein verzeichnungsfreies Bild ergeben. Die Abbildung wird als mehr oder minder kugelförmig erscheinen. Bei Fisheye-Objketiven ist diese Verzeichnung beabsichtigt und geht teilweise so weit, daß überhaupt ein kreisförmiges Bild auf dem rechteckigen Negativ erscheint. Der Bildwinkel von Fischaugen-Objektiven beträgt oft über 90 Grad, so daß teilweise auch Dinge abgebildet werden, die seitlich neben dem Objektiv liegen.
Kennen Sie das Problem? Sie fotografieren den Kölner Dom und fragen sich, warum auf dem Bild die Türme nach oben hin immer "dünner " werden? "Stürzende Linien" sind oft schwer zu vermeiden. Sie entstehen, wenn die Kamera bei der Aufnahme aus der Waagerechten nach oben gerichtet werden muß, um das ganze Gebäude auf das Bild zu bekommen. Die Filmebene dann liegt nicht mehr parallel zur Gebäudewand. Wenn das (Weitwinkel-)Objektiv jetzt wieder waagerecht ausgerichtet wird, ist auf dem Bild oben der Dom und unten ein viel zu großer freier Platz, den Sie gar nicht auf dem Bild haben wollten, zu sehen. Shift-Objektive ermöglichen es nun, das Objektiv aus der Achse nach oben (oder auch nach unten) zu verschieben, so daß nur der obere Teil (also der ganze Dom und nicht der große Vorplatz) auf das Bild kommt.
Bei Tilt-Objektiven läßt sich die Linse "kippen", so daß die Filmebene und die Objektivebene nicht mehr parallel sind. Dadurch lassen sich Bilder entzerren.
Manche Objektive vereinen beide Möglichkeiten (das Shiften und das Tilten) in sich.
Last updated 25.10.99